Feedback
Das Wege Team würde sich sehr über eine kurze Rückmeldung von seinen Besuchern freuen.

Was gefällt Ihnen an der Seite?
Haben Sie Verbesserungsvorschläge oder Wünsche?

 

Porträts ausgewählter Psychologen

Seite: ()  1 ...  28  29  30  31  32  33  34  35  36  37  38  39  40  41  42  43  44  45 ...50   ()

Edward Lee Thorndike

* 31. 08. 1874 inWilliamsburg Mass.
† 09. 08. 1949

Hauptarbeitsbereich:

Lernen, Tierpsychologie, Pädagogische Psychologie

Hauptwerke:

Thorndike, L.E. (1903): Educational Psychology. New York: Science Press.

Thorndike, L.E. (1911): Animal intelligence. New York: Macmillan.

Thorndike, L.E. (1913-1914): Educational psychology.
Vol. 1: The original nature of man.
Vol. 2: The psychology of learning.
Vol. 3: Work and fatigue, Individual differences and their causes.
New York: Teachers College Press.

Thorndike, L.E. (1904): An introduction to the theory of mental and social measurements. New York: Science Press.

Thorndike, L.E., Cobb, M.V, Orleans, J.S., Symonds, P. M., Wald, E. & Woodyard, E. (1923): The psychology of Algebra. New York: The Macmillan company

Thorndike, L.E. et al., (1928): Adult learning. New York: Macmillan.

Originalaufsätze:

Weiterführende Informationen:

Edward Lee Thorndike wurde in Williamsbur (Mass.) als Sohn eines Methodisten-Pfarrers geboren, der an seine fünf Kinder sehr hohe Leistungsanforderungen stellte. Ebenso wie Edward erlangten seine Geschwister akademische Grade. Thorndike wurde in eine Zeit hineingeboren, in der Wissenschaftler anfingen, die Lehren der Kirche nicht mehr unkritisch zu akzeptieren. Auch Thorndike hatte wiederholt die Feststellung getroffen, dass die Wissenschaft - und nicht die Religion - das einzig gesicherte Fundament für den sozialen Fortschritt sei. Seine Biographen beschreiben ihn als einen zurückhaltenden und scheuen Menschen, der am glücklichsten war, wenn er allein seiner Arbeit nachgehen konnte.

Nachdem Thorndike seine Studien mit dem BA an der Wesleyan University in Middletown, Connecticut, im Jahre 1895 abgeschlossen hatte, schrieb er sich an der Harvard Universität in Boston ein, um bei William James Psychologie zu studieren. Dessen Werk »Principles of Psychology« hatte er bereits früher gelesen. Es hatte sein Interesse für die Psychologie entscheidend geweckt. Vom James wurde Thorndike angeregt, in dessen Keller Lernexperimente mit Tieren durchzuführen. In Harvard hat Thorndike jedoch niemals einen Abschluss gemacht, denn er hatte diese Universität vorzeitig verlassen, weil er sich in eine Frau verliebt hatte, die ihn allerdings zurückwies. Thorndike verließ Boston, um sich im Jahre 1879 statt dessen an der Columbia Universität in New York einzuschreiben. Dort setzte er seine Tierexperimente fort. Die Ergebnisse seiner Studien fasste er in seiner Dissertation zusammen, mit der er 1898 seine Promotion abschloss. Das Thema seiner Arbeit lautete: »Animal Intelligence. An Experimental Study of the Associative Processes in Animals«.

In seiner Dissertation hat er seine Theorie des »connectionism« erläutert. Im Mittelpunkt stehen dabei die Verbindungen, die im Gehirn zwischen der Situation und dem Verhalten (S-R) gebildet werden. Die Behauptung eines solchen Zusammenhanges war neu, denn bis dahin hieß es in der einschlägigen Lehre, dass Lernen durch die Verbindung mehrerer Vorstellungen erfolgen würde. Zu seiner bekanntesten Entedeckung gehörte das Effektgesetz, das besagt, dass Verhaltensweisen verstärkt werden, wenn ihnen positive Effekte nachfolgen und geschwächt, wenn ihnen negative Effekte nachfolgen. Tiere, so stellte Thorndike in seiner Dissertation fest, lernen durch Versuch-und-Irrtum oder durch Belohnungen und Bestrafungen (»satisfiers« und »annoyers«). Lernen bestünde durch Bildung von Verknüpfungen, die im Einklang mit dem Effektgesetz gefestigt werden. Mit ihrer Intelligenz besitzen Lebewesen die Fähigkeit, Verknüpfungen zu bilden. Zu den anerkannten Leistungen Thorndikes gehört es, zwei Forschungsmethoden entwickelt zu haben, die in der weiteren Lernforschung in irgendeiner Form immer wieder verwendet worden sind: Der Problemkäfig und das Labyrinth.

Nach Abschluss seines Promtionsverfahrens wandte sich Thorndike seinem eigentlichen Interessengebiet zu: der Pädagogischen Psychologie. Nach einem weniger glücklichen einjährigen Aufenthalt an einem College für Frauen in Ohio nahm er das Angebot einer Dozentur für Psychologie am Teachers College der Columbia University in New York an. Dort blieb er 40 Jahre - trotz vieler attraktiver Angebote von anderen akademischen Institutionen - bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 1939. Dieses Verwurzeltsein mit einem Ort ist beachtenswert, denn es stand im Kontrast zu seinen Erfahrungen als Kind. Es gehörte zu den Anforderungen der Kirche, dass ein Priester in regelmäßigen Abständen den Ort seinen Wirkens wechselte. Thorndikes Menschenscheue, sein Wunsch, am liebsten allein zu arbeiten, sind möglicherweise auch darauf zurückzuführen, dass er und seine Familie sich bis zu Jahr 1891 acht mal durch Umzüge an eine andere Stadt in den Neu-Englandstaaten zu gewöhnen hatten.

Zu seinen beachtenswerten Leistungen als Pädagogischer Psychologe gehören zum einen seine Studien in der Tierpsychologie. Ursprünglich hatte Thorndike Kinder als Versuchspersonen in seinen Arbeiten vorgezogen. Da aber das Arbeiten mit Kindern seinerzeit als problematisch angesehen wurde, hatte Thorndike keine Schwierigkeiten, seine Experimente mit Kücken, ebenso mit Katzen, Hunden, Fischen und Affen durchzuführen. Bei seiner Rechtfertigung, Erkenntnisse aus Tierversuchen auf den menschlichen Bereich zu übertragen, berief sich Thorndike auf Charles Darwin, der ja eine grundsätzliche Verwandschaft zwischen Tier und Mensch behauptet hatte. Die Anerkennung für diese Arbeiten blieb nicht aus. Ein Jahr, nachdem Thorndike seine Erkenntnisse aus den tierpsychologischen Studien 1911 in dem Buch »Animal intelligence« veröffentlicht hatte, wurde er zum Präsidenten der Amerikanischen Gesellschaft für Psychologie gewählt.

Ein weiterer beachtenswerter Schwerpunkt in Thorndikes Arbeit lag darin, Verfahren zur Messung der Intelligenz von Kindern sowie deren Fähigkeit zu lernen zu entwickeln. Er lieferte Beiträge zur Frage, warum Kinder sich möglicherweise in ihrer Intelligenz unterscheiden, welche Funktion das Übungsverhalten für den Lernprozess besitzt, er schrieb über die Rolle der Belohnung im Lernprozess und er traf Feststellungen über den Transfer: die Fähigkeit, etwas in einer Situation Gelerntes auf eine andere zu übertragen.

Ebenso wie Iwan Pawlow hat Edward Thorndike entscheidend dazu beigetragen, dass der Behaviorismus in den USA über viele Jahrzehnte zu einer dominierenden Sichtweise wurde. Er war es, der sich leidenschaftlich gegen die Verwendung von Begriffen wie »Seele« aussprach und sich dafür einsetzte, sich bei seinen Erkenntnissen auf das Beobachtbare zu stützen, denn - so erklärte er einmal - alles, was existiert, existiert zu in einem gewissen Grade und kann deshalb gemessen werden.

Quellen: siehe weiterführende Links

Weiterführende Links:

http://www.muskingum.edu/~psych/psycweb/history/thorndike.htm
http://www.answers.com/topic/edward-thorndike
http://faculty.frostburg.edu/mbradley/psyography/thorndike.html



Seite: ()  1 ...  28  29  30  31  32  33  34  35  36  37  38  39  40  41  42  43  44  45 ...50   ()