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Mary Dinsmore Ainsworth

Mary D. Ainsworth, geb. Salter
* 01.12.1913
† 31. 01.1999

Hauptarbeitsbereich:

Bindungsforschung

Hauptwerke:

Bücher:

Ainsworth, M. (1967): Infancy in Uganda: Infant Care and the Growth of Love. Baltimore: Johns Hopkins University Press.


Ainsworth, M., M. C. Blehar, E. Waters, and S. Wall. Patterns of Attachment: A Psychological Study of the Strange Situation. Hillsdale, NJ: Erlbaum, 1978.

 

 

 

Aufsätze:

Ainsworth, M. D. S. (1982): Attachment: Retrospect and prospect. In: Parkes, C.M. & Stevenson-Hinde, J. (Eds.): The place of attachment in human behavior. New York: Basic Books.

Ainsworth, M.D.S., Bell, S.M., & Stayton, D.J. (1971): Individual differences in strange-situation behaviour of one-year-olds. In Schaffer, H.R. (Ed.): The origins of human social relations. New York: Academic Press.

Originalaufsätze:

Weiterführende Informationen:

Mary Dinsmore Salter wurde als Tochter eines erfolgreichen Geschäftsmannes in Glendale (Ohio) geboren. Zu ihrem Vater entwickelte Mary eine besonders enge Bindung. Nach dem I. Weltkrieg zog die Familie nach Toronto, Kanada. Während ihres BA-Studiums an der University of Toronto erregte William Blatz das Interesse von Ainsworth. Durch ihn wurde sie auf die Bedeutung aufmerksam, die das kindliche Erleben von Sicherheit für dessen Entwicklung hat. Ihre Dissertation, die sie im Jahre 1939 abschloss, trug den Titel »Eine Evaluierung der Anpassung - gestützt auf das Sicherheitskonzept«

Im Jahre 1950 heiratete Salter den Kriegsveteranen Leonard Ainsworth, mit dem sie nach London zog. Dort schloss ihr Ehemann seine Promotion ab. Mary bewarb sich erfolgreich für eine Forschungstätigkeit am Tavistock Institut, das von John Bowlby geleitet wurde. Bowlby hatte Primaten in der Wildnis beobachtet und studiert, wie Heimkinder während des II. Weltkrieges auf die Trennung von ihren Müttern reagierten. Seinen Studien entnahm Bowlby, dass Primaten- und Menschenkinder nur gut gedeien, wenn sie von Erwachsenen genügend Pflege und ausreichend Aufmerksamkeit erhalten. Durch die Arbeiten an diesem Institut wurde die weitere berufliche Karriere von Ainsworth entscheidend beeinflusst. Bowlby ging von einer biologischen Grundlage der Mutter-Kind-Bindung aus. Er vertrat damit eine Überzeugung, der Ainsworth zunächst kritisch gegenüber stand, denn sie glaubte, dass das Kind eine Bindung zur Mutter entwickeln würde, weil diese dessen Grundbedürfnisse befriedigte.

Nach Abschluss seiner Promotion bekam Leonard Ainsworth eine Stelle am ostafrikanischen Institut für soziale Forschung in Kampala, Uganda, angeboten. Seine Frau ging mit ihm und nutzte die Gelegenheit, dort Mütter und ihre Kinder eingehender zu studieren. Erst jetzt gewann sie zunehmend die Überzeugung, dass Bowlby mit seiner Auffassung einer biologischen Grundlage der Mutter-Kind-Bindung richtig lag. Diese Studien fanden in einer Zeit statt, da Ainsworth noch durch keine Publikation über die Entwicklung frühkindlicher Bindungen in Erscheinung getreten war.

Ainsworth beendete 1954 ihren Aufenthalt in Uganda, um nach Baltimore, Maryland umzuziehen, wo ihr 1958 die John Hokins Universität eine Professur für Entwicklungspsychologie anbot. In diesem Jahr trennte sie sich auch von ihrem Mann. Die neue Position gab ihr die Gelegenheit, die in Uganda begonnenen Arbeiten theoretisch zu untermauern und fortzuführen. In ihrem »Baltimore-Projekt« wählte sie 26 Familien mit Neugeborenen aus, die sie über ein Jahr regelmäßig untersuchte. Wenn diese Kinder das Alter von 12 Monaten erreicht hatten, schloss sie die individuellen Studien mit dem Fremd-Situation-Test ab.

Ainsworth gelang es, das Interesse vieler qualifizierter Nachwuchspsychologen zu wecken. Diese verbrachten einen Teil ihrer Studienzeit bei ihr, um anschließend an anderen Universitäten Forschungen über die Entwicklung der Mutter-Kind-Bindung fortzuführen.

Wegen der Erreichung der Altersgrenze musste Ainsworth im Alter von 70 Jahren ihre Position an der Universität gegen ihren eigenen Wunsch aufgeben. Allerdings blieb sie als emeritierte Professorin bis 1992 in der Lehre und Forschung tätig. Ein Jahr vor ihrem Tod empfing sie von der Amerikanischen Gesellschaft für Psychologie noch eine hohe Auszeichnung für ihr Lebenswerk. Ein schwerer Hirnschlag beendete schließlich ihr Leben.

Quellen:
siehe: Weiterfühende Links
 

Weiterführende Links:

Inge Bretherton: http://social.jrank.org/pages/32/Ainsworth-Mary-Dinsmore-Salter-1913-1999.html


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